MS Buntenstein


 

Mit diesem Schiff begann am 16.7.1969 meine Fahrt ins Leben.

Mit 15 Jahren auf große Fahrt.


Das Fahrtgebiet war Canada-Grosse-Seen.


Die Buntenstein lag in Bremen. Wir waren 12 Decksjungen,alle auf ihrer 1. Reise.

Einige kannte ich schon vom Schulschiff.Ich war also nicht allein.Der Bootsmann Dieter Burkowski zeigte uns unsere Kammern. Ich bekam eine 4 Mann Suite. Lambert Rehbock und Werner Wittje waren meine Zimmergenossen.Der 4. fällt mir nicht mehr ein.Könnte Klaus Dieter Henning aus Hamburg gewesen sein.

Dagobert Dennenlöhr,Ralf Rozanski,Finn Santschi und Burkhard Gerstenberg

schliefen achtern unter der Poop.Detlef Wussow,Jörk Jenko und Bernhard Preperski, haben auch ein neues Zuhause auf der Buntenstein gefunden.Die 3 kannte ich auch schon vom Schulschiff.

Wir wurden dann von unserem Bootsmann Dieter Burkowski für die Seewachen eingeteilt.Werner Wittje,Lambert Rehbock und ich hatten immer 0-4 Wache.Das heißt von 24.00 Uhr bis 4.00 Uhr und von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

1 Stunde und 20 Minuten Ruder gehen,1 Stunde und 20 Minuten Ausguck,meistens auf der Back.Kein Vergnügen auf dem Nordatlantik bei Temperaturen bis 25 Grad minus.Da haben 2 Hosen und 2 Pullover oft nicht gereicht und der Kapitänsmantel mußte noch zusätzlich herhalten. Dann noch 1 Stunde und 20 Minuten Flötentörn.Da konnte man sich dann wieder aufwärmen.

Aber erst einmal ging es auf der Weser über Bremerhaven auf die Nordsee.

Und ich war auf der Weser schon seekrank.Das Schiff hat sich nicht einmal bewegt.(grins).Das darf ich keinen Zuhause erzählen.Auf der Weser schon seekrank.

 ich glaube aber,das lag am Mittagessen.Es gab Kochfisch.Ich will nicht sagen,dass der Fisch schlecht war,aber ich mag keinen Kochfisch. Heute noch nicht.Hab auch nie wieder welchen gegessen und wurde auch nie wieder seekrank.

 

Über Grangmouth, Schottland ging es über den Nordatlantik Die ersten Häfen in Canada waren Halifax und St.Jones.Dann ging es auf dem St Lorenz-Strom nach Quebeck,Montreal,Toronto,Toledo,Detroit,Cleveland,Milwaukee und Chicago.

Einige Bilder der Reise

Montreal
Montreal

 

 

 

Auch das musste sein,Berichtshefte schreiben.

Denn auch auf der Buntenstein hatten wir täglich Unterricht.

 

 

 

 

Mit der Buntenstein auf dem Nordatlantik

 

 

 

 

Wir machten auch einen Ausflug zu den Niagara-Fällen

 

 

 

Ich auf der Gangway in Milwaukee

 

 

 

Auf meiner ersten Reise

 

 

 

 

Werner Wittje

 

 

 

 

  Der St-Lorenz-Strom

 

mit seinen vielen kleinen Inseln.

Auf jeder Insel ein wunderschönes Häuschen und natürlich ein Boot

 

Die Buntenstein .

 

Wartezeit vor einer Schleuse. Zeit für einen kleinen Spaziergang.

Vorne auf der Back,der Scheinwerfer,mit dem wir Ausschau hielten

nach Eisbergen.

Im Winter 69 ging es dann mit der Buntenstein,für eine Reise nach


  Süd-Amerika-Westküste .


Zum 1. mal durch den Panamakanal.Links und rechts Dschungel,die Ufer beleuchtet und dazu die unbekannten Geräusche aus dem Urwald.Wir haben auf dem Achterdeck gesessen und nur gelauscht.Natürlich auch ein paar Bierchen dabei getrunken

Beeindruckend waren auch die Schleusen.Von 4 Loks gezogen ging es durch die Schleusen

Der erste Hafen war dann Buenaventura.Dort durften wir nicht alleine an Land gehen,War ein ziemlich heisses Pflaster damals.Einige Leute kamen nur in Unterhosen wieder an Bord.Es gab dort auch einen Sheriff.Mit 2 Colts,wie im wilden Westen.Ich glaube,er wurde später ermordet.

Ich hatte in Buenaventura Nachtwache.Der Bootsmann sagte mir noch,wenn jemand die Leinen klauen will,schmeiß einfach das Auge am Ende der Leine über einen Poller.Ich wußte nicht,ob er es ernst meinte,oder mich veralbern wollte. Aber ob ihr es glaubt,oder nicht.Nachts kam ein kleines Boot und ich sah nur noch,wie es mit einer unser Leinen verschwand. Ich lief sofort auf die Back und schmiß,wie der Bootsmann sagte,dass Auge über einen Poller. Die Leine war gerettet.Jetzt musste ich sie nur wieder an Bord bekommen,aber wir hatten ja einen Ankerspill.

Als ich die Geschichte morgens in der Messe erzählt habe,war das Gelächter groß,aber die Geschichte ist wirklich war,genau wie die Geschichte,wo einige Matrosen der Buntenstein mit einer Vorleine eine Kneipe abgerissen haben,weil sie nichts mehr zu trinken bekommen haben.Vielleicht kann sich jemand daran erinnnern.

 

Weitere Häfen waren:

 

Guyaquil,Arica,Callao,Antofagasta,Cartagena,Valparaiso,San Jose,Santiago de Chile.Dort waren wir mit dem Bus.Von Callao aus fuhren wir auch mit dem Bus nach Lima .Eine abenteuerliche Fahrt dorthin.

Im März kam ich dann braungebrannt nach Sieber auf Heimaturlaub. Soetwas hatten sie dort noch nicht gesehen.In Sieber lag noch Schnee.

Die Mädchen lagen mir dort zu Füssen.(nein war Spass)

 

Nach ein paar Wochen bekam ich ein Telegramm,ich sollte wieder einsteigen für die Rundreise,nur Hamburg, Rotterdam und Antwerpen. Ich kam pünktlich in Bremen an,war sogar einige Stunder vorher da,nur das Schiff war weg.Ein Hafenarbeiter sagte mir,dass die Buntenstein vor ca 1 Stunde ausgelaufen ist. Na toll, zum erstenmal achterraus gesegelt.

Er meinte,ich könne mit einem Schlepper hinterher fahren,wir würden sie noch einholen.Dieses lehnte ich aber ab.War ja nicht meine Schuld,daß ich das Schiff verpasst habe.

Ich fuhr zum Bahnhof,setzte mich in den Zug und reiste wieder nach hause.Kam aber nur bis Northeim.Von dort furhr der nächste Zug erst morgens um 6.Uhr nach Herzberg. Also noch 5 Stunden warten.

 

Meine Eltern staunten nicht schlecht,als ich am nächsten morgen wieder mit meinem Seesack vor der Tür stand.

 

Einige Tage später ging es dann aber doch nach Canada,die Buntenstein war wieder da und der St.Lorenz-Strom  wieder befahrbar.Wir bekamen sogar eine Medaille,weil wir das 1. Schiff waren,das den Kanal passierte.

 

 


 

 

 

Die Buntenstein in der Schleuse

 

 

 

 

Cartagena, Kolumbien

 

 

 

 

Colon, unser erster Hafen  in Panama

 

 

Buenaventura, Kolumbien.

 

Hier hatte noch ein Sheriff mit 2 Colts das sagen.

 

 

 

 

Callao,der Hafen von Lima ,Peru

 

 

von Callao machten wir einen Ausflug zum Pachacamac,eine alte Inkastadt in Peru.Aber der Inka bin ich

 

 

 

Weihnachten auf See,in Südamerika

Mein Akkordeon war immer dabei.

Einmal holte mich Kapitän Prokesch von der Wache und ich mußte für ihn und die Passagiere in der Offiziersmesse spielen.Ich habe gespielt und er hat gesungen.

Sein Lieblingslied war "Mariandl".Er kam ja aus Wien glaube ich.

Ein ganz feiner Kapitän.Er war wie ein Vater für uns junge Spunde.

 

von links,Lambert Rehbock,Werner Wittje und ich

 

 

 

Lambert Rehbock

 

 

 

Der Hafen von Valparaiso, Chile

 

MS Buntenstein

 

Bremer Vulkan, Vegesack:Baunr.882

tdw/ 146,95m Laenge ü.a./ 19,84m Breite

1 8Zyl.Diesel: MAN-Vulkan / 9000 PSe, 17,5 Kn.

Pass: 10. Bes. 47

16.11.1959 Stapellauf. 30.12.1959 Ablieferung. 1.9.1970

durch Fusion an HAPAG-Lloyd AG.

19.12.1974 an Hapag-Lloyd International SA, Panama.

Heimathafen weiter Bremen. April 1980 Sandra.S,

Mediiterranean Shipping Co, Monrovia. 1980 an

Cia Nav. Transvictor,Panama.

11.9.1984 Ankunft zum Abwracken in Chittagong.

 

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